| |
Kunsthandwerkervereinigung
„Meros“
Die
Samarkander Kunsthandwerkervereinigung
„Meros“ ist eine nichtstaatliche
Organisation, die usbekischen Künstlern
durch Sponsoring und Teilnahme an
Ausstellungen einen Zugang zum globalen
Markt verschaffen helfen will. Die
Organisation wurde im Rahmen des
Programms “Kultur- und Erkenntnistourismus
und Kunsthandwerksentwicklung”
von der UNESCO im März 1996
gegründet. Die Idee der Organisation
ist es, die Künstlertraditionen
in Usbekistan zu erhalten, entwickeln
und wiederzubeleben, sowie auch
einen Sinn für das Kulturerbe
bei den Usbeken zu entwickeln.
Gegenwärtig hat „Meros“
50 Künstler in seiner Organisation
vereinigt, die eine Vielfalt von
traditionellem Kunsthandwerken produzieren,
von Keramik und Porzellan, Textilien
und Stickerei, handgemachter Seide,
Holzschnitzerei, Steingravur, Schmuck,
handgemachtes Papier, traditionelles
Spielzeug, Miniaturfiguren und bis
zu Musikinstrumenten.
Handgemachtes Papier wurde erstmals
in Samarkand im 8. Jahrhundert hergestellt.
Die Produktion war von den chinesischen
Eroberern angeschoben wurden, nach
dem Krieg in Talas von 751. Dies
war die erste Stadt in Zentralasien
und die zweite in der Welt, die
ihr eigenes Papier produzierte.
Das Samarkand-Papier wurde vom Maulbeerbaum,
Henna und Rosenwasser gemacht, es
war bekannt für seine helle
Farbe und seinen Wohlgeruch. Das
Papier war verehrt und begehrt bei
Würdenträgern und Kunstgewerblern
für fast ein ganzes Jahrhundert.
Im Zeichen des technologischen Fortschrittes,
von politischen und ökonomischen
Veränderungen verschwand die
Kunst des handgemachten Papiers
allmählich. Bis zur Mitte des
19. Jahrhunderts war es ganz und
gar auf der Welt verschwunden. Hier
bei „Meros“ haben Künstler
die alte Tradition der handgemachten
Papierherstellung wiederbelebt und
das Samarkand-Papier der Welt neu
vorgestellt. In den Dorf Koni Ghil
bei Samarkand wurde eine Wassermühle
durch Beihilfe der UNESCO und der
JICA wiederaufgebaut. In dieser
Mühle wird das handgemachte
Samarkand-Papier hergestellt. Weil
die Umgebung so malerisch ist und
weil man hier der Papierproduktion
beiwohnen und mehr noch, sogar an
ihr teilnehmen kann, kommen zahlreiche
Touristen nach Koni Ghil.
Den Besuchern wird gezeigt:
1) wie man die Rinde des Maulbeerbaums
gewinnt, sie im Fluß Siyob
reinigt und
sie schließlich im Topf gekocht
wird;
2) wie die alte Wassermühle
arbeitet;
3) wie der Prozess der Papierbrei-Produktion
in der Wassermühle abläuft;
4) wie der Prozess der handgemachten
Papier-Produktion von innen abläuft,
das Wasser wird:
- die Maulbeerbaumrinde schneiden;
- den Papierbrei mit dem Flusswasser
mischen;
- die Masse mit einem Blattnetz
filtern;
- den Papierbrei pressen;
- das Papier am Rand oder am Glas
trocknen;
- die Oberfläche des Papiers
polieren.
5) wie das Marmor-Papier produziert
wird;
6) wie die alte Handwerkskunst der
Keramik, Töpferei und der Miniaturfiguren-
Herstellung ausgeübt wird.
Schließlich wird den Besuchern
die Möglichkeit gegeben, sich
selbst in einem Kunsthandwerk der
eigenen Wahl zu üben.
|
|