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Buchara

Buchara (ca. 210000 Ew.) ist Gebietshauptstadt des gleichnamigen Bezirks (ca. 143200 km2) Die Stadt liegt 222 m ü. d. M., in der Sandwüste Kyzyl Kum im Tal des Serafschan, mitten in der dichtbesiedelten Oase Buchara, zu der vom Amu Darja ein 220 km langer Bewässerungskanal führt. Eine 13 km lange Stichbahn verbindet Buchara mit der Transkaspischen Eisenbahnlinie. Eine Erklärung des Namens "Buchara" ist schwierig: Einmal wird er von "vihara" (="Kloster") abgeleitet, andererseits berichtet Juvaini, ein persischer Geschichtsschreiber, im Jahre 1260, daß "bukhar" (in der Sprache der Mani) soviel wie "Mittelpunkt der Lehre" bedeutet. Aber auch unter dem Namen "Numijkath" (in China Numi genannt) ist der Ort Buchara in älteren Zeiten bekannt gewesen. Der Beiname dieser Stadt ist "Scherif" (= "die Edle"). - Nicht nur die Legende datiert die Gründung einer baktrischen Ansiedlung an der Stelle der heutigen Stadt Buchara in das erste vorchristliche Jahrtausend (7. Jh. v.Chr.), sondern auch archäologische Untersuchungen lassen vermuten, daß Buchara bereits vor mehr als 2000 Jahren ein wichtiges Kultur- und Handelszentrum gewesen ist.
Buchara hatte über Jahrhunderte eine Vorzugslage an der Großen Seidenstraße, die, von Westen kommend, durch die Syrische Wüste über Palmyra, Ktesiphon und Hamadan nach Merw führte. Hier, in der einstigen Hauptstadt des Seldschuken-Reiches, teilte sich der Hauptweg in eine nördliche und eine südliche Route. Während die Straße im Süden über Baktra, das Pamir-Gebirge und quer durch das Tarim-Becken nach China führte, verlief der nördliche Weg über Buchara, Samarkand, Pendschikent und Fergana in das Reich der Mitte.
Bereits im 9. und 10.Jh. war Buchara ein gewerblicher Mittelpunkt und unterhielt enge Handelsverbindungen mit dem Iran, China und Indien. Die noch heute erhaltenen Marktkuppelbauten aus dem 16.Jh. sind ein recht eindrucksvolles Zeugnis für das geschäf¬tige Treiben dieser echt orientalischen Stadt. Heute ist Buchara ein Zentrum der Baumwoll¬und Seidenindustrie und verfügt über einen der größten Betriebe zur Bearbeitung von Karakul-Schaffellen in Usbekistan. Unweit von Buchara befindet sich das größte Erdgasvor¬kommen der Welt (ca. 500 Mrd. m3). Wenn auch das von alters her hoch gerühmte Kunst-gewerbe (Goldstickerei, Seidenweberei, Kupferziselierarbeiten) weitgehend durch eine maschinelle Fertigung ersetzt wurde, so nimmt die heimische Volkskunst doch noch einen bedeutenden Platz im Bereich des Handwerks ein.
Als ein großes, einzigartiges und authentisches Baukunstmuseum, das sein altorientali¬sches, von der Kunst und Kultur seiner Bewohner geprägtes Antlitz nicht nur bewahrt hat, sondern auch pflegt, präsentiert sich heute dem Besucher die ganze Stadt Buchara.

• Poikalan Komplex
besteht aus Minarett kalan, ein bauwerk, das schon in vormongolischen Zeit den Karawanen den Weg zur heiligen Stadt zeigte; unmittelbar neben dem Minarett Kalan erhebt sich die Grosse Kalan Moschee, die durch eine k;eine Bruecke mit dem Minarett verbunden ist. Gegenueber der Moschee Kalan befindet sich eine zweite Vier-Iwan-Anlage : die Medrese Mir-e Arab.
• Labi-Hauz Komplex besteht aus der Mederese Nadir Devon Begi aus dem Jahre 1622/23,die zunaechst als Karawanserai geplant und ausgefuehrt, gegenueberstehenden Chanaka und dem Wasserbecken (Hauz) in der Mitte des Platzes.
• Samaniden Mausoleum liegt ausserhalb der Altstadt, entstand in der Regierungszeit von Ismail Samani (892-907), der in seiner Hauptstadt eine Begraebnisstaette fuer seine Familie errichtet wollte. Besonders imponierend bei diesem Bauwerk, das ein Vorbild auch im sassanidischen Feuertempel haben koennte, ist die schlichte Eleganz seiner Form und seines Dekors. Fassaden des Mausoleums, die durch einen mit einer Spitzbogennische abgeschlossenen Eingang unterbrochen werden, sind alle gleich gestaltet.
• Chaschma Ayub – das Mausoleum, ein gedrungenes Bauwerk mit hohem Kegeldach und mehreren Kupeln, das vermutlich aus dem 12. Jh. stammt. Heute besteht das mausoleum aus einer ganzen Reihe von Raeumen (Gur-chane und Siarat-chane), die durch vier in Groesse und Form unterschiedliche, flache Kuppeln abgeschossen werden. Der Brunnen, den Hiob nach der Legende mit seinem Staub aus dem Felsen geschlagen haben soll, spendet auch heute noch muslimischen Pilgern heilendes Wasser.
• Ark Festung .Die Entstehung des Arks datiert vermutlich vom Beginn des ersten Jahrtausends nach Christus. Die Zitadelle war mehrfach zerstoert worden und wurde im 7. Jh. mit einem ungewoenlichen Grundriss wieder aufgebaut. Der Ark diente als befestigte Residenz der Gebieter Bucharas. Was auf der mit maechtigen Festungsmauern umgebenen Zitadelle jetzt noch zu besichtigen ist, sind vornehmlich Bauten aus dem 18. Jh.; ehmaligen Kasernen, der Muenzhof, Vorratshaeuser, Werkstaetten, Stallungen etc.
• Sitorai Mohi Chosa - der Sommerpalast der letzten Emire von Buchara, liegt vier Kilometer noerdlich, bereits ausserhalb der Stadt. Der Palast , woertlich “der Ort, wo Mond uns Sterne einander begegnen”, wurde am Ende 19 / Anfang 20 Jh. gebaut. Heute befindet sich in dem ehemaligen palest des Emirs ein Museum fuer Angewandte Kunst mit recht interessanten Exponaten: Teppiche, Stickereien, Tuche, Musikinstrumente, keramik, chinesisches und japanisches Porzellan, Schmuck und Waffen.
• Die Grabstaette des Bahautdin Nahshbandi liegt oestlich von Buchara. Das ist bedeutende, hervorragend restaurierte Klosteranlage, einst das Zentrum des Nakschbandi-Ordens. Die Grabstaette selbst und der darum gebaute Komplex sind, will man lebendigen Islam erleben, aeusserest interessant.Nahschbandi (1318-1389), Begruender eines wichtigen Sufi-Ordens. An sein Grab kommen taeglich Pilger.