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Das Fergana-Tal

Mit 8 Millionen, einem Drittel der Bevölkerung von Usbekistan, ist das Fergana-Tal das dicht besiedelste Gebiet in Zentralasien. Usbeken gibt es überall, der Anteil liegt bei 90% und ist größer in den kleinen Städten. Das Fergana-Tal ist in bezug auf die Sprache, Bevölkerung und die Traditionen usbekisches Kernland. Man sagt, dass die Bewohner von Andijan das beste Usbekisch sprechen. Das Fergana-Tal ist eine große blühende Oase mit einem milden Klima. Es ist auch als das „Goldene Tal“ bekannt. Wenn Samarkand als die “Perle des Ostens” bekannt ist, so ist Fergana berühmt als “Perle Usbekistans”. Im Fergana-Tal können Sie kleine verschlafene Städte mit vielen versteckten Schätzen finden, so zum Beispiel die “Stadt der Engel”, Naturseide, große Obst- und Gemüseplantagen, einen Wald mit Maulbeerbäumen und weite Baumwollfelder.
Es gibt einige schöne Schluchten mit Tine-Shan-Fichten und Tannen. Kokand ist eine der bedeutensten Städte in Usbekistan, es ist die frühere Hauptstadt des mächtigen Khanat Kokand, das einst das ganze Fergana-Tal beherrschte.

Fergana. Dies ist die jüngste Stadt im Tal und die am wenigsten usbekische Stadt. Unter den Einheimischen wird Fergana die “Schlafende Schönheit” genannt wegen der großen Platanen und Pappeln, die den Hauptstraßen Schatten bieten und den zahlreichen pastellfarbenden Gebäuden aus der Zarenzeit. Der größte Anziehungspunkt von Fergana ist der Basar. Da gibt es gutmütige usbekische Händler, die zusammen mit koreanischen und russischen Verkäufern ihre hausgemachten Spezialitäten verkaufen.

Margilan. Oft wird Margilan behandelt als sei es nur ein Fortsatz von Fergana, aber in der Tat gab es diese Stadt um ein paar Jahrtausende früher. Erste Erwähnungen gehen zurück bis auf das erste Jahrhundert vor Christus. Margilan ist in Zentralasien lange bekannt für seine Seide. Usbekistan bekannteste Seidenfabrik Yodgorlik befindet sich hier. Die Fabrik arbeitet nach den traditionellen Methoden der Seidenproduktion im Gegensatz zu den gewaltigen und fast totgeweihten Massenproduktion-Fabriken Margilan und Kahnatlas, die sich auch in der Stadt befinden. In Yodgorlik kann man den ganzen Seiden-Produktionsprozess sehen, von der Dampfbehandlung und dem Entwirren des Kokons bis zum Weben des schillernden gemusterten Stoffes „Khanatlas“ („König der Seide“). Vor kurzem hat die Fabrik auch noch mit der Teppichproduktion und der Stickerei begonnen.

Rishtan. Das ist eine überwiegend tadjikische Stadt nahe der Grenze zu Kirgistan., 50 km von Fergana. Es ist die Heimatstadt einer Gruppe von Meistern, die den guten Tonlehm aus der Gegend zum Töpfern nutzen. Ihre Keramik ist meist in traditionellem Design, auf weißem Untergrund in Abstufungen von Grün und Kobalt. Aus dem Töpferei-Zentrum von Rishtan, kommen die berühmten Töpferei- und Keramikwaren der Region. Sie sind in ganz Zentralasien gut bekannt. In der usbekischen Keramik-Kunst gibt es einen speziellen Stil, den Rishtan-Stil.

Kokand. Das war im 18. und 19.Jh. die Hauptstadt des Khanats Kokand. Sie galt in jener Zeit neben Buchara als zweites religiöses Zentrum Zentralasiens. Hier gab es mindestens 35 Medressen und Hunderte von Moscheen. Aber wenn Sie heute durch die Straßen gehen, werden Sie nur eine zurückhaltend ruhige usbekische Stadt vorfinden. Das alte Zentrum ist kolonialen Allen gewichen.
- Khudoyar Khan-Palast (19.Jh.) – der Palast des letzten Khans Khudoyar. Der Palast mit 7 Innenhöfen und 113 Räumen wurde 1873 fertig gestellt, gerade einmal drei Jahre, bevor die zaristischen Truppen einfielen.
- Norbutabey-Medresse (18.Jh..) – eine von zwei Medressen, die nach der Schließung von 1799 wiedereröffnet wurde.
- Freitagsmoschee (19.Jh.) – die Freitagsmoschee der Stadt wurde 1989 wiedereröffnet nach Jahrzehnten der Vernachlässigung. Sie kann heute bis zu 10.000 Betende beherbergen.
- Modari Khan-Mausoleum (19.Jh.) – 1825 für die Mutter des Khans gebaut.
- Dakhma Shokhon (19.Jh.) – “das Grab des Königs”, der Sarg mit den Gebeinen des Khans und anderer Familienmitglieder.

Andijan. Die Geschichte dieses Stadt geht mindestens bis ins 9.Jh. zurück, seinen historischen Ruhm hat die Stadt als Geburtsort von Zaheriddin Babur, dem Ur-Ur-Ur-Enkel von Timur. Heute befindet sich hier die größte Ölproduktion der Region. Außerdem hat die Stadt den traditionellsten Basar im Tal.
- Freitagsmoschee mit Medresse (19.Jh.) – das ist das einzige historische Gebäude, das das Erdbeben von 1902 überstanden hat.
- Regionalmuseum – mit historischen Exponaten und Beispielen der Flora und Fauna der Region
- Babur-Literaturmuseum – befindet sich in den königlichen Gemächern, wo Babur lebte und studierte.

Kuva – 1979 wurden die Überreste eines großen buddhistischen Tempels in Kuva freigelegt, errichtet in der Zeit vom 4. bis 7.Jh. und dann zerstört von den Arabern.