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Usbekische
Küche
Ein
sehr ausgeprägter Aspekt der
usbekischen Kultur ist ihre Küche.
Im Gegensatz zu seinen nomadischen
Nachbarn, haben die Usbeken schon
über Jahrhunderte eine sesshafte
Zivilisation gehabt. Zwischen der
Wüste und den Bergen, in den
Oasen und den blühenden Tälern
bauten sie Getreide an und zähmten
Vieh. Die sich daraus ergebende
Fülle an Lebensmitteln hat
es den Usbeken möglich gemacht,
sich immer sehr gastfreundlich zu
zeigen. Und das hat im Gegenzug
dazu geführt, dass sich ihre
Küche immer mehr angereichert
hat.
Die Jahreszeiten, besonders der
Winter und der Sommer nahmen großen
Einfluß auf die Zusammensetzung
des Grundspeiseplans. Im Sommer
fehlen Früchte, Gemüse
und Nüsse nie. Früchte
wachsen in Hülle und Fülle
in Usbekistan – Trauben, Honig-
und Wassermelonen, Aprikosen, Birnen,
Äpfel, Kirschen, Granatäpfel,
Dattelpflaumen, Quitten und Feigen.
Gemüse gibt es auch genug.
Neben den weniger bekannten Sorten,
wie grüne Radischen, gelbe
Karotten, Dutzende von Kürbisarten,
gibt es das gewöhnliche Gemüse
von Auberginen, Paprikaschotten,
Rüben, Gurken and saftige Tomaten.
Der Winterspeiseplan enthält
getrocknete Früchte und Gemüse
sowie Eingemachtes. Herzhafte Nudel-
und Pasta-Gerichte sind auch gebräuchliche
Kost für kühles Wetter.
Im Allgemeinen ist Hammel die bevorzugte
Proteinquelle im usbekischen Speiseplan.
Schlanke Schafe werden nicht nur
geschätzt für ihr Fleisch
und ihr Fett, das man als Bratöl
nutzen kann, sondern auch für
ihre Wolle. Rind- und Pferdefleisch
werden auch in einem gewissen Umfang
verzehrt. Kamel- und Ziegenfleisch
sind weniger gebräuchlich.
Usbekische Gerichte sind nicht besonders
scharf und feurig, aber doch sehr
herzhaft. Die Grundgewürze
sind Schwarzkümmel, roter und
schwarzer Pfeffer, Berberitze, Koriander,
und Sesamkörner. Die mehr gebräuchlichen
Gewürze sind frischer Koriander,
Dill, Petersilie, Sellerie und Basilikum.
Andere Gewürze sind Weinessig,
für Salate und Marinaden, sowie
gegorene Milchprodukte.
Das breite Angebot von Brot, gesäuert
oder ungesäuert, ist die Grundnahrung
für die Mehrheit der Bevölkerung.
Fladenbrot, “Non” oder
“Lepyoshka” wird in
der Regel im Tandoor-Ofen gebacken,
wird gereicht zu Tee und allen anderen
Mahlzeiten. Es gibt Sorten, die
mit Zwiebeln und Fleisch im Teig
gebacken werden, andere Sorten haben
Sesamkörner oder Kalonji oben
drauf.
Zentralasien ist bekannt für
den Reichtum und die Spezialitäten
seiner gegorenen Milchprodukte.
Die beliebtesten Produkte sind “Katyk”,
Joghurt aus saurer Milch, und „Suzma“,
geschleuderte fettreiche Milch ähnlich
dem Hüttenkäse. Gegessen
werden sie pur oder in Salate, Suppen
oder Hauptgerichte gegeben, das
dann zu dem einzigartigen köstlichen
Geschmack führt.
Plow oder Osh, die usbekischen Variante
des orientalischen Reisgerichts
Pilaw, ist das wichtigste Gericht
in der Landesküche. Es enthält
in der Hauptsache gebratenes oder
gekochtes Fleisch, Zwiebeln, Karotten
und Reis, in den Abwandlungen werden
Rosinen, Berberitze und Kichererbsen
oder Früchte dazugegeben. Die
usbekischen Männer rühmen
sich, besonders schmackhaften Plow
zuzubereiten. Der Oshpaz, der Chefkoch,
kocht oft Plow über einer offenen
Flamme und bedient bis zu 1000 Leute
aus einem einzigen großen
Kessel bei Feierlichkeiten oder
Festen wie Hochzeiten. Es braucht
zweifelsohne Jahre der Übung,
aber man kann sich keine Patzer
erlauben bei der Zubereitung eines
Gerichtes, das manchmal bis zu 100
kg Reis enthält.
Tee wird in den besten orientalischen
Traditionen geehrt. Es ist das erste,
was jedem Gast angeboten wird und
es gibt eine ganze Menge von Traditionen
um die Zubereitung, das Anbieten
und das Konsumieren von Tee. Der
grüne Tee ist das Getränk
der Gastfreundschaft und überwiegt.
Schwarzer Tee wird in Taschkent
bevorzugt, wobei beide Teesorten
selten mit Milch oder Zucker genommen
werden. Es gibt eine ganze Menge
in der Landesküche, was allein
beim Teetrinken gereicht wird, dazu
gehören „Samsa“
(Blätterteigtaschen mit Hammelfleisch,
-fett und Zwiebeln), Brot, „Halva“
(orientalische Süßigkeit)
und verschiedene gebratene Gerichte.
Die “Choyhona", das Teehaus
ist der Eckstein der traditionellen
usbekischen Gesellschaft. Immer
im Schatten, bevorzugt an einem
kühlen Strom ist die “Choyhona”
ein Sammelplatz von sozialem Dialog
und Verbindung. In Gewändern
angezogene usbekische Männer
versammeln sich um einen niedrigen
Tisch, der in der Mitte eines Bettes
steht, das ausgeschmückt ist
mit alten Teppichen, und genießen
den hervorragenden Plow, Kebap-Schaschlik
und endlos viele Tassen von grünem
Tee.
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