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Chiwa
Chiwa
(ca. 30000 Ew.) liegt am UnterlaufdesAmu
Darja im Gebiet Choresm in der Usbeki¬schen
SSR, 30km südwestlich von Urgentsch
(Flughafen).Die Sage erzählt,
daß schon in alter Zeit die
Karawanen auf ihrem Weg durch die
Karakum in Chiwa, d.h. an einem
Brunnen, den sie >Cheiwak<
(>oh, wie ist das wohltuend<
oder >Zufriedenheit<) nannten,
rasteten, den - wie die Legende
weiter berichtet - Sem, Noes ältester
Sohn, hatte graben lassen. Um diesen
Brunnen, der heute noch im Nordwesten
von Itschan Kala, der Altstadt von
Chiwa, erhalten ist, entwickelte
sich im Laufe der Jahrhunderte die
Stadt.
Wie groß der Beitrag ist,
den (das alte) Choresm zur kulturellen
Entwicklung des mittelasiatischen
Raumes geleistet hat, kann heute
- dank einer intensiven Forschung
-anhand zahlreicher Funde und architektonisch
interessanter Ruinen nachgewiesen
werden. Nach seiner Eingliederung
in den islamischen Lebensraum bildet
neben dem Handwerk der mit einem
höheren Gewinn verbundene Warenaustausch
den Haupter¬werb für die
Bevölkerung Chorems. Die choresmische
Töpferei, die sich zwar an
die vorislamische Keramik anschließt,
andererseits sich doch wesentlich
von der in Transoxa¬nien oder
Sogd hergestellten unterscheidet,
erreicht ihren Höhepunkt im
12. Jh. Die wichtigsten Ausfuhrprodukte
sind Woll- und Baumwollerzeugnisse,
während die Cho¬resmier
vornehmlich Pelze, Waffen und Holz
importieren. Daß mit den Erzeugnissen
Choresms auch der Islam als Religion
in die Länder des Nordens exportiert
wird, ist ein Phänomen, das
bei der Ausbreitung dieses Glaubens
immer wieder beobachtet werden konnte.
Das Schicksal Choresms war immer
eng mit dem Amu Darja verbunden,
dessen Wasser das Land bald zu einer
fruchtbaren Oase werden ließ,
bald aber durch gewaltige Überschwemmungen
völlig verwüstete. Eine
Katastrophe besonderer Art bahnt
sich an, als der Amu Darja sein
"altes" Flußbett
verlässt und einen anderen
Weg zum Aralsee nimm. Die Bevölkerung
muss das einst fruchtbare Gebiet
im Mündungsdelta verlassen
und weiter südlich, flußaufwärts,
nach neuen Siedlungsräumen
suchen.
Trotz der in Chiwa herrschenden
Armut entwickelt sich im 19.Jh.
besonders unter Muhammad Amin (1846-1855)
eine Architektur, die in vieler
Hinsicht der von Buchara ebenbürtig
ist. Auch heute noch stellen die
damals entstandenen Bauwerke - Moscheen,
Mausoleen, Medresen und Paläste
- eine Sehenswürdigkeit besonderer
Art dar.
•
Juma Moschee (1788/89)
hat ein hohes Minarett, auf das
sich ein schmaler Guertel blauer
Glasur gelegt hat.Der leicht trapezfoermigen
Innenraum besteht aus einer Saeulenhalle,
weswegen die Moschee auch als “Gordoba
Mittelasiens” bezeichnet wird.
Urspruenglich waren es 212 Saeulen,
die die Decke hielten. Nur wenig
Licht faellt durch die zwei achteckig
ausgesparten Oeffnungen in der Holzbalkendecke,
wodurch der Besucher den Eindruck
erhaelt, sich in einem endlosen
Raum zu befinden.
• Kunya Ark
, der Zitadelle an der westlichen
Mauer von Ichan Kala, deren Gebaeude
aus dem 17.-19. Jahrhundert stammen.
Kunya Ark diente als offizielle
Residenz der Chiwaer Chan. Sie beherbergte
eine Kanzelei. Das Arsenal, den
Muenzhof, eine Moschee und den Empfangssaal.
Besondere Beachtung verdient die
gut erhaltene Sommermoschee: der
von schlanken Holzsaeulen getragene,
abgestufte Iwan, die mit glasierten
Kacheln – vornehmlich in Weiss
und Bklau – vollstaendig verkleideten
Waende sowie der Mihrab mit einer
gerade fuer Chiva typischen Ausschmueckung.
• Islam Chodja Minarett
und Medrese , beides zu
Beginn des 20. Jh. errichtet. Das
Ensemble ist das letzte Grossprojekt,
das in den mittelasiatischen Chanaten
errichtet wurde.In den Raeumen der
Medres befindet sich das interessantaste
Stadtmuseum Chivas. Minarett Islam
Hodscha , mit Guerteln aus blauen
und gruenen Kacheln verziehrt, ist
es den timuridischen Minaretten
nicht unaehnlich und bei einer Hoehe
von 57 m von jedem beliebegen Punkt
der Stadt zu sehen.
• Palast Toza Bog
(1893-1913) Palast Tosa
Bog in Chiwa (1893-1913), Sommerresidenz
von Mohammed Rachim Chan II, wurde
von dem Architekt aus St.Peterburg
gebaut. Der Palast hat traditionelle
geschmückte Aiwan, großen
Hof und mit grünen Ganch geschmückten
Receptionzimmer. Der Aiwan besteht
aus geschnitzten Säulen und
Türen. Derartige Holzschnitzerei
sind überall in Chiwa zu finden,
die den Räumen verkleidenden
Majoliken allerdings konnte sich
nur der Chan erlauben. Ihre Muster
sind typisch für Chiwa: auf
dunklem Untergrund erscheinen helle
geometrische und florale Ornamente
, die die Wände wie eine Tapete
bedecken. 
• Nurulla Bai Palast
(1906-1912) Der Palast befindet
sich außerhalb der alten Stadtmauer,
umgeben von einem schattigen Park.
Der Komplex vereinigt auf einer
Grundfläche von 198 x 143 m
mehrere Gebäude, die Muhammad
Rahim Khan II. in den Jahren 1904-12
errichten ließ. Hohe, mit
kleinen Türmen gekrönte
Ziegelmauern umschließen dieses
Ensemble, das den Namen eines rechen
Kaufmanns aus Chiva trägt.
Zum Palast gehören auch ein
Harem, ein Gästehaus sowie
ein mit Spiegeln ausgestatteter
Saal für offizielle Empfänge.
Als von besonderer Schönheit
erweisen sich die äußerst
fein und exakt hergestellten Majolikaplatten
mit ihren weißen Zeichnungen
auf blauem Grund: stilisierte Pflanzen
Motive; Arabaesken mit Blüten
und Blättern - "Symbole
des Frühlings", zahllose
Medaillons, von einer Borte umrandet
und kunstvoll ausgeschmückt.
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